DSGVO versus Innerer Schweinehund

Ein Beitrag von Carolin Hüter, Marketing-Managerin des Hotel Esplanade Resort & Spa und Business Bad Saarow by Esplanade über einen inneren Kampf, den jeder von uns regelmäßig führt und der gerade zur Zeit der neuen DSGVO sicher (fast) alle betrifft.

Wer kennt es nicht aus seiner Schulzeit? Stunde für Stunde, Vorlesung für Vorlesung, Tag für Tag – neues Wissen wird mundgerecht serviert, man muss es nur noch essen. Mal größere Stücke, mal kleinere Häppchen, die nicht einmal mehr „geschnitten“ werden müssen. Steht dann eine Prüfung an, tritt der innere Schweinehund in Aktion. Er lässt seine Magie spielen und tönt mit eindringlicher Stimme: „Der Termin ist erst in zwei Monaten. Es ist noch so viel Zeit. Lass uns ins Kino gehen!“

Die Stimme der Vernunft

Gleichzeitig kennt jeder von uns die Gegenstimme, die leise in unserem Ohr flüstert: „Lernen, Kind!“ Dennoch: Der innere Schweinehund ist überzeugend, gar übermächtig. Die Vernunft hat keine Chance.
Kurz vor der Prüfung dann: Panik. Der Umfang des Lernstoffs ist größer als gedacht. Panisch wird noch jede Sekunde zur Vorbereitung genutzt, selbst die Nächte. Die Panik wächst und mit ihr ein Gefühl der Aussichtslosigkeit. Und auch der Schweinehund lässt nicht locker, flüstert uns „Mut zur Lücke“ ein.

Tag X

Dann ist es so weit. Der Tag der Prüfung ist gekommen, der Fragebogen liegt mahnend auf dem Tisch. Schlafmangel und Angst sorgen für einen Adrenalinschub und man beginnt wie wild drauf los zu schreiben. Vieles lässt sich lösen, man weiß doch mehr als befürchtet. Es sei denn, das Thema behandelt die DIE Lücke *Gänsehaut*. Plötzlich ist es auch schon vorbei. Völlig ausgelaugt findet man danach wieder ins Leben zurück. Die Prüfung ist bewertet und bestanden und die Welt ist nicht untergegangen. „All den Stress und die Panik hätte man sich jedoch ersparen können“, flüstert da die Stimme der Vernunft. Hätte man rechtzeitig begonnen, wäre das alles entspannter abgelaufen und hätte zu einem besseren Ergebnis geführt.

David gegen Goliath – oder schlicht zu bequem?

Auch auf europäischer Ebene ist der innere Schweinehund ein Übel, das ganze Arbeit leistet. Trotz langer Ankündigung, verbreitete die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in den Monaten vor ihrem Inkrafttreten Angst und Schrecken. Je näher der 25. Mai 2018 rückte, desto stärker die Panik und desto größer der „Mut zur Lücke“. Seither wird getan, was muss – und plötzlich ist auch das möglich, was vorher unmöglich schien. „All das hätte man allerdings auch ohne Stress und Panik umsetzen können“, flüstert eine leise Stimme im Kopf. Die Zeit des Schreckens ist jedoch vorbei, langsam bahnt man sich den Weg zurück ins Leben. Die „Mutigen“ kompensieren Wissenslücken durch das aufwendige Sammeln von Unterschriften und Einwilligungen. Die Welt ist auch diesmal nicht untergegangen, und bald können sicher alle über die DSGVO-Massenpanik lachen. Der Schweinehund zumindest lacht schon seit dem Tag des DSGVO-Beschlusses – dem 14. April 2016. Danke, lieber Schweinehund!